Gestern war der 21. Oktober 2015, der Tag an dem Marty McFly in der Zukunft ankommt und sieht wie sich sein Leben entwickeln wird. Und so habe ich mich gefragt, was ich wohl gedacht hätte, wenn ich am gestrigen Tag angekommen wäre? Was, wenn ich vor der Gründung in die Zukunft hätte sehen können?

Als ich meinen Business Plan vor gut einem Jahr geschrieben habe, hätte ich mir einen kleinen Blick Zurück in die Zukunft gewünscht. Mich interessieren keine Sportergebnisse oder Lottozahlen. Ich wollte nur sehen, ob meine Ideen und meine Annahmen richtig sind und sich mein Start-Up wie geplant entwickelt. Gestern hatte ich mir dann also vorgestellt wie es gewesen wäre eine Reise in die Zukunft zu unternehmen. Die erste Frage, die sich mir (natürlich) gestellt hat war: Würde ich es wieder tun? Würde ich noch einmal meinen Job kündigen und mich in das wilde Unternehmertum stürzen? Gestern wollte ich auf diese Fragen fast mit „Nein“ antworten. Aber wieso?

Es würde schlechte Tage geben, das war mir klar. Aber was genau heißt das eigentlich: „schlechter Tag“? Und wenn ich genau an so einem Tag in der Zukunft „angekommen“ wäre, würde das bedeuten, dass die Idee für ein Start-Up generell schlecht ist, sei es aus persönlichen oder aus wirtschaftlichen Gründen. In der Gründungsphase habe ich mir klarerweise nicht allzu viele Gedanken über schlechte Tage gemacht. Ich habe zwar schon nachgedacht, was zu tun wäre, wenn meine Vorhersagen nicht wie geplant eintreten. Aber schlechte Tage haben mit diesen Gedanken selten etwas zu tun.

Für jeden Gründer ist ein schlechter Tag etwas anderes: Der eine erlebt einen Rückschlag für seine Produktentwicklung, der andere macht an diesem Tag überhaupt keinen Umsatz und wieder der nächste verliert sein langfristiges Ziel aus den Augen. Vielleicht ist es auch alles drei auf einmal. Egal was genau einen „schlechten Tag“ ausmacht, es sollte einen Gründer niemals zum Verzweifeln bringen.

Wer an einem solchen Tag sofort ans Aufhören denkt und sich in Gedanken schon wieder einen angestellten Bürojob wünscht sollte sich einmal folgenden Gedanken zu Herzen nehmen.

Jedes Problem kann gelöst werden und das ist doch auch der Grund warum wir ein Start-Up gründen wollten: Ein Problem lösen!

Für eine wirkliche Einschätzung ist ein Tag, und da sind wir uns wohl alle einig, als Betrachtungszeitraum ungeeignet. Es ist immer wichtig das große Ganze zu betrachten, nicht bloß einen schlechten Tag oder Woche. Und genau das ist der Punkt. Man darf sich nicht nur auf das Kurzfristige-Kleinliche konzentrieren. Zwar ist die distanzierte Betrachtung eines Zeitraums, bei dem man sich genau an einem Punkt – dem Heute –befindet, schwierig. Aber sie hilft ungemein, um ein möglichst objektives Bild zu bekommen.

Am Ende bin ich sehr froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Klarerweise bringt eine Gründung neue Probleme (ich sage absichtlich nicht Herausforderungen) mit sich, die man davor nicht hatte und auch nicht kannte, aber alles in allem ist es trotzdem eine großartige Erfahrung. Ich fühle mich jetzt mehr denn je bereit und auch fit für die große Herausforderung (und das ist es auch) und im Zweifelsfall gilt sowieso das Motto:
„Was uns nicht umbringt macht uns hart!“

PS: Sorry für den Klischee-Spruch am Ende, aber der musste sein!

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