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Von Gründern für Gründer

Zurück auf Los

Viele kennen den berühmten wie auch ärgerlichen Satz “Gehen Sie zurück auf Los und ziehen sie keine DM 4.000,– ein” aus dem allseits bekannten Spiel. Damals wäre niemand auf die Idee gekommen freiwillig zurück zu gehen ohne Geld zu bekommen.

Doch was bringt uns dazu freiwillig noch einmal bei null anzufangen? Wieso wollen wir die Chance ein Hotel auf der Schlossallee zu bauen fallen lassen, um lieber wieder kleine Brötchen zu backen? Versteht mich bitte nicht falsch, ich besitze weder die teuerste Straße der Stadt noch stehe ich kurz davor ein Hotel zu besitzen (so viel verdiene ich als junger Berufseinsteiger nicht). Es geht hier mehr um die prinzipielle Frage: Warum will man einen guten Job mit hervorragenden Aussichten eintauschen gegen die Ungewissheit?

In meinem Fall ist die Antwort auf diese Frage klar. Wie ich beim “Ursprung” schon geschrieben habe, habe ich mich früh und bewusst gegen eine Karriere in einem großen Konzern entschieden. Ich habe keine Lust auf Karriere nach “Schema F”. Und ich will heute noch gar nicht so genau wissen wo ich in 2, 4 oder 8 Jahren stehe.  Das würde mir zwar Sicherheit bieten (zumindest beruflich), aber wer sagt denn, dass Sicherheit immer und für jeden etwas Positives sein muss. Ich habe Sicherheit in meinem Leben durch Familie und durch Freunde.

Beruflich will ich statt Sicherheit lieber die Möglichkeit haben, mich zu entwickeln und zwar so wie ich es möchte. Und nicht notwendigerweise so, wie es mein “Kollege” und Karrierekonkurrent mir vormacht. Ich will mich verändern können. Und dann möchte ich prüfen können, ob diese Veränderung einen positiven oder einen negativen Effekt nach sich zieht.

Mir ist klar, dass man sich als Unternehmensgründer auch nicht jeden Tag neu erfinden kann (außer das gehört zum Konzept). Man muss sich an seinen Kunden orientieren und deren Wünsche erfüllen. Aber Unternehmer zu sein bedeutet ja nicht, dass man nur einer einzigen Idee hinterher rennt. Sondern es ist eine Lebensweise, eine Identität. Und wenn ich merke, dass mir dieses Leben Spaß macht, dann ist es mir egal, ob ich eine Würstchenbude eröffne oder eine neue App entwickle. Denn das Produkt hat mit der Identität nichts zu tun. Und verändern kann ich mich dann so oder so. Wenn mir zum Beispiel die Kunden in meiner Würstchenbude zu hochnäsig sind, dann fahre ich meine Bude von der Maximilianstraße in die Dachauer Straße und mache dort weiter. Das meine ich mit Veränderung.

Ich will die Möglichkeit selbst entscheiden zu können, ob ich mich anpasse, ob ich mich verändere, oder ob ich vielleicht noch einmal zurück auf Los gehe. Und sollte ich am Ende auf der Parkstraße landen, werde ich wissen wie und warum ich dorthin gekommen bin. Ich bin ich auf jeden Fall ich selbst geblieben.

Sebastian

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1 Comment

  1. sagenhaft was ich als business angel hier schon als anfang des blogs zu lesen
    bekomme.
    dieses brennen in uns sollten wir, die wir veränderung nicht als risiko sondern
    als chance empfinden, in eurem alter eigentlich alle spüren.
    da weiss ich warum der austausch mit gründern für einen business angel so befruchtend sein kann.
    ich drücke die daumen, dass sich dies hier als eine news und sonstige plattform entwickelt mit lebhaften, interessanten diskussionen und für alle aber vorallem auch für euch gedankenansätze liefern kann, die die community, die kleinen unternehmen und euch weiterbringen.
    alles gute auf eurem weg

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