Konkurse Deutschland

Insolvenzen in Deutschland

Konkurs bedroht Europas größtes Werftenbündnis. Die Insolvenz wird in Österreich und der Schweiz offiziell als "Konkurs" bezeichnet. Die Zeit drängt jedoch in Deutschland. Zahlungspflichtiger: Bader Michael Philipp, deutscher Staatsbürger, geboren am. Die Hämmerle ist eine der größten Verwertungsgesellschaften in der Bundesrepublik Deutschland.

Wadan Werften (Schiffbau, 2.700 Mitarbeiter)

Die Bundesrepublik Deutschland ist die grösste Wirtschaft Europas und zugleich einer der stärksten Exporteure der Erde. Allerdings gibt es in Deutschland immer wieder spektakuläre Konkurse, wie jüngst im Unratfall. Wenn eine Firma in Konkurs geht, entsteht nicht nur ein großer Nachteil für die Kapitalanleger, der Konkurs ist in der Regel mit einem massiven Personalabbau einher.

Ein Überblick über die grössten Insolvenzen in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren (2005 bis 2015): Zur Jahresmitte 2009 mussten die Wadan-Werften wegen finanzieller Probleme einen Insolvenzantrag stellen. Rund 2.700 Beschäftigte waren an den beiden Produktionsstandorten Wismar und Warnenmünde tätig. Die Kaufhauskette Hertie ging im Frühling 2009 zu Ende. Am Ende waren die Schäden aber zu groß, alle 54 Hertie-Filialen mussten aufgelöst werden - 3.200 Arbeitsplätze waren durch den Konkurs von Hertie gefährdet.

Karmanns Konkurs im Mai 2009 markierte das Ende einer Epoche. Ursache der Krisensituation war ein starker Rückgang der Automobilnachfrage, der dem in Osnabrück ansässigen Konzern Probleme bereitete. Von der Insolvenz von Karmann waren 3.500 Arbeitsplätze betroffen, später hat der Volkswagen Konzern mehr als 600 Beschäftigte übernommen. Qimonda, ein Speicherchip-Hersteller mit Sitz in München, erwirtschaftete einmal einen Milliardenumsatz - doch zu Beginn des Jahres 2009 ging das Geschäft in Konkurs.

Von der Zahlungsunfähigkeit waren rund 3.800 Arbeitsplätze betroffen. 2. Die Edscha AG, Remscheid, musste 2009 ebenfalls vor das Insolvenzgericht. Unter anderem wurden Türbänder, Cabriodächer und Pedalmechanismen produziert und wie Karmann von der Umsatzkrise in der Automobilbranche mitgenommen. Zur Zeit des Insolvenzantrages waren noch 6.500 Menschen beschäftigt, davon 4.200 in Europa.

Sie war eine der grössten Insolvenzen in der Baubranche in Deutschland. Die Bauunternehmung Walter Bau hat im März 2005 einen Insolvenzantrag gestellt. Zur Zeit der Zahlungsunfähigkeit waren 6.900 Arbeitsplätze durch finanzielle Probleme gefährdet - der Baustoffkonzern hatte mit einer Finanzlücke von 200 Millionen Euro zu kämpfen. Walter Bau beschäftigt in der Spitze rund 50000 Menschen.

Obwohl durch den Kauf von Geschäftseinheiten mehrere hundert Stellen gesichert wurden, fiel die Aktie der Walter Bau AG im Frühling 2005 in den Boden. 2009 ging die Warenhauskette Woolworth in Konkurs. Woolworth beantragte im April 2009 endgültig die Zahlungsunfähigkeit - damals waren es noch 9.300 Mitabeiter.

Der anschliessende Umbau war erfolgreich, 160 Märkte wurden fortgeführt und Woolworth zählt nun wieder rund 5'000 Mitarbeitende. Unter dem Motto "20% auf alles" wollte das Unternehmen die Kundschaft für sich begeistern und sich als führender Baumarktkonzern in Deutschland durchsetzen. Im Jahr 2013 rutschte Deutschlands drittgrösste Bau- und Heimwerkermarktkette (310 Baumärkte) wegen der hohen Schäden in die Bank.

Später wurde auch die rentable Praktiker-Tochter Max Bahr von der Insolvenz betroffen, mit 20.000 gefährdeten Arbeitsplätzen, davon allein in Deutschland. Unter dem Konkurs haben auch die Investoren gelitten, der Kurs der Praktiker-Aktie ging im Vorgriff auf den Konkurs um 70% zurück - heute sind die Aktien nahezu nutzlos. Schleckers Rückgang wird als einer der grössten Konkurse in Deutschland angesehen.

Anton Schleckers Firma war nach Filialzahl und Absatz die grösste Drogeriemarktkette in Deutschland - wurde aber im Jänner 2012 geschlossen. Von der Insolvenz waren 52.000 Beschäftigte, davon allein in Deutschland, betroffen. 2.000 in Deutschland. Schleckers Nachfolger Dayli ging 2013 in Konkurs - das Österreichische Traditionsunternehmen wollte die alten Schlecker-Niederlassungen wieder aufleben lassen und damit nach Deutschland ausweiten.

Der Einbruch der Karstadt-Muttergesellschaft Arcandor zählt ebenfalls zu den grössten Insolvenzen in Deutschland - rund 52'000 Stellen waren von der Schliessung des Handels- und Tourismuskonzerns betroffen. 2. Die Gruppe, bestehend aus der Kaufhauskette Karstadt, dem Versandhändler Quelle und dem Tour Operator Thomas Cook, hatte mit der Kostenproblematik und dem andauernden Konsumeinbruch zu kämpfen - am 11. Oktober 2009 wurde das Konkursverfahren eroeffnet.

Der Arcandor-Konkurs betraf auch viele Investoren, die im Frühling 2009 fast einen Totalschaden erlitten.

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