Agenda:

1. Art des Unternehmens

2. Produkt

3. Preis & Menge

4. Umsatzplanung

5. Fazit

6. Ausblick


 

 

 

1. Art des Unternehmens:

Die Art des zu planenden Unternehmens nimmt einen großen Einfluss auf die gesamte Planung. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Finanzplanung. Denn ausgehend von der Art des Unternehmens, gibt es unterschiedliche Verfahren die jeweiligen Größen, beginnend mit der Umsatzplanung, herzuleiten. Im Onlinebreich wird der Umsatz hauptsächlich mit Tools zur Ermittlung von Impressions, Klicks und  Conversion Rates geplant.
Da es uns in dieser Vortragsreihe aber um das grundsätzliche Verständnis geht, werden wir hier eine exemplarische Finanzplanung für ein Unternehmen in der Gastronomie aufbauen. Genauer gesagt, wollen wir eine integrierte Planung für ein Burgerrestaurant aufsetzen. Das hat hier den Vorteil, dass das Geschäft auch für Branchenfremde greifbar und damit nachvollziehbar ist. Zusätzlich soll gesagt sein, dass wir unser Restaurant, dem allgemeinen Trend folgend Fast-Casual sein soll. Wir wollen demnach “gesündere” Burger als bei den üblichen Verdächtigen im Fast Food Bereich anbieten. Es findet Selbstbedienung statt und wir hatten Glück, ein frei werdendes Restaurant in 1b Lage in einer Großstadt zu finden.

Als Name wählen wir: New Burger und da wir die Planung für eine GmbH projektieren, wird daraus die New Burger GmbH.
Der Planungszeitraum beträgt 3 Jahre: 20X5, 20X6 und 20X7.


 

 

2. Produkt:

Bevor wir mit dem konkreten Zahlenwerk für das Produkt beginnen wollen wir noch definieren welche Produkte wir konkret verkaufen. Der Einfachheit halber entscheiden wir uns, als einziges Produkt ein klassisches Burger Menu zu verkaufen. Dazu gehört in diesem Fall ein Cheeseburger, eine Portion Pommes frites und ein Softdrink. Vegetarische Alternativen oder mögliche Nachspeisen interessieren uns in dieser Planung genauso wenig wie eine prinzipiell breitere Auswahl an Getränken in Form von Cafe oder Wasser oder Speisen in Form von Sandwiches,etc.  Im Bezug auf Diversifikation befinden wir uns also auf dem Niveau von Lehman Brothers im Spätsommer 2008 und ernährungstechnisch würden uns selbst unsere während der Fresswelle großgewordenen Eltern verachten. Das interessiert und aber hier (und nur hier!!!) herzlich wenig. Denn unsere Planung soll klar und einfach zu verstehen sein.


 

 

3. Preis & Menge:

Da wir uns gegen eine Bottom-Up Planung entschieden haben, können wir den Preis nicht einfach als Endprodukt der Gewinnrechnung ableiten. Wir müssen uns daher einen Preis überlegen, der es uns erlaubt möglichst viele Burgermenus zu verkaufen. Wir recherchieren dafür die Besucherzahlen der umliegenden Burgerrestaurants zu verschiedenen Uhrzeiten, um ein grundlegendes Gefühl zu bekommen. Da momentan recht viele Burgerladen aufmachen, hat diese Methode den Vorteil, dass man eine ehrliche zu erwartenden Besucheranzahl erhält. Die Besucherzahlen von den umliegenden Burgerläden können nämlich noch nicht allzu viel mit Markenbindung und Treue zu tun haben, sondern reflektieren vielmehr das aktuelle Interesse am Produkt Burger.
Pragmatisch wäre es in diesem Fall, sich einfach mal zu unterschiedlichen Wochentagen und Zeitpunkten vor andere Burger Restaurants (mit ähnlicher Größe und ähnlichem Profil – d.h. nicht der McDonald’s am Stachus) zu positionieren und die Besucher zu zählen.
In unserem Fall haben wir schnell drei Restaurants in 1b Lage identifiziert, die über ein ähnliches Profil und Größe wie unser zu planendes Restaurant verfügen und bereits einige Zeit am markt bestehen. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen positionieren wir uns immer wieder vor den jeweiligen Restaurants und zählen brav die Besucher. Darüber hinaus werfen wir auch einen ausführlichen Blick in die Restaurants selbst, testen das Essen und machen uns mit den dortigen Preisen vertraut.
Das Ergebnis der Recherche: Wir haben herausgefunden, dass die 3 Restaurants pro Tag um die 100 Menüs zum Preis von jeweils ca.  10 EURO absetzen.

Das sind die Zahlen mit denen wir nun arbeiten wollen. Wir wollen und können diese Zahlen jedoch nicht 1 zu 1 übernehmen, da wir in unserem Fall als neues Restaurant in einem stark umkämpften Markt nicht davon ausgehen können, über diese Besucherzahlen direkt von Beginn an zu verfügen. In unserem Fall halten wir für das erste Jahr 20X5 einen 50% Mengenabschlag (d.h. 50 verkaufte Einheiten pro Tag)  für realistisch. Dieser sollte unsere Neugründung und damit unser unternehmerisches Risiko im ersten Jahr ausreichend berücksichtigen.
Wir haben uns zusätzlich dazu entschlossen den Preis im ersten Jahr mit 8 EURO festzusetzen. Dies soll in der ersten Zeit Kunden anlocken und lässt uns zusätzlich ausreichend Spielraum für Preissteigerungen in den folgenden beiden Jahren.


 

4. Umsatzplanung:

20X5:
Wir rechnen somit für das Jahr 20X5 mit einem tägliche Umsatz von 400 EURO. Dies macht in der Woche 2800 EURO auf das ganze Jahr betrachtet rechnen wir mit einem Umsatz von 146.000 EURO. Da unser Restaurant ca. 2 Wochen im ersten Jahr aus unterschiedlichen Gründen geschlossen sein wird gehen wir von einem Jahresumsatz in Höhe von 140.000 EURO im ersten Jahr aus.

20X6:
Im zweiten Jahr halten wir es für realistisch den Verkauf auf 75 Menüs pro Tag erhöhen zu können. Zusätzlich erlauben wir uns aufgrund, durch das Wachstum bedingter, gestiegener Kosten eine Preiserhöhung auf 9 EURO. Dies führt zu einem täglichen Umsatz von 675 EURO. Auf die Woche hochgerechnet bedeutet das ein Umsatz von 4.725 EURO. Wenn wir erneut berücksichtigen, dass unser Restaurant auch 20X6 insgesamt 2 Wochen geschlossen bleiben wird kommen wir damit auf einen Jahresumsatz von 237.000 EURO.

20X7:
Auch für 20X7 gehen wir davon aus, dass wir den Umsatz, bedingt durch höhere Werbeausgaben, erneut deutlich steigern konnten. Wir rechnen nun mit 100 Menüs pro Tag und haben uns damit unseren Wettbewerbern angeglichen. Den Preis für ein Menü mussten wir aufgrund gestiegener Ausgaben erneut erhöhen. Doch mit nun mehr 10 EURO für ein Menü liegen wir verglichen mit der Konkurrenz noch absolut im grünen Bereich.
In Zahlen bedeutet dies: Ein täglicher Umsatz von 1.000 EURO und hochgerechnet auf das Jahr (erneut unter Berücksichtigung, dass wir 2 Wochen geschlossen haben) steht nun ein Umsatz von 350.000 EURO.


 

 5. Fazit:

350.000 EURO Umsatz im dritten Planjahr klingt erst einmal mehr als ordentlich. Doch ist es das auch? Das können wir noch nicht sagen, denn wir haben uns noch nicht damit auseinandergesetzt, dass 350.000 EURO erst einmal erwirtschaftet werden wollen. Das bedeutet für uns, wir benötigen Personal, wir benötigen Vorräte, wir benötigen ein Restaurant, wir benötigen Marketing, und und und. Und genau dafür ist der Businessplan da: Er soll uns am Ende sagen, ob ein Erfolg realistisch ist oder eben nicht.
Bis jetzt haben wir uns auf dem Weg dahin lediglich damit beschäftigt, was wir glauben pro Tag verkaufen zu können. Dabei war unser Ansatz und damit unsere Vorgehensweise äußerst simpel: Wir schauen, wie viel die Konkurrenz zu welchem Preis verkauft und gehen davon aus, dass wir ein, in der Qualität gleiches, Produkt, ähnlich am Markt absetzen können. Wir berücksichtigen sogar noch einen 50% Sicherheitsabschlag beim Umsatz, um wenn es hart auf hart kommt, auf der sicheren Seite zu stehen.
Es gibt sicherlich viele andere Ansätze, den Umsatz herzuleiten. Richtig oder falsch gibt es hierbei nicht. Wichtig ist, dass man einen in sich stimmigen und damit logischen Ansatz fährt. Dieser muss nicht immer hochkomplex sein, sondern kann manchmal auch daraus bestehen, mit Zettel und Stift vor Burgerrestaurants zu stehen.


6. Ausblick:

Im nächsten Teil der Reihe beschäftigen wir uns mit den Aufwandspositionen die zum betrieblichen Erfolg unseres Unternehmens nötig sind. Wir nähern uns somit, noch weit bevor wir uns mit der Bilanz oder ähnlichem beschäftigen, der Beantwortung der Frage ob ein betrieblicher Erfolg mit unserem Konzept prinzipiell möglich ist.

 

 

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