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Von Gründern für Gründer

Start-Up und Schmähkritik – was soll ich dazu noch sagen

Ich habe schon öfter Kritik bekommen, positiv wie negativ, konstruktiv und auch destruktiv. Aber was mich neulich erreicht hat, hatte ich auch noch nicht erlebt.

Seitdem ich im letzten Jahr meinen Laden eröffnet habe sind schon viele Menschen bei mir reingekommen. Und alle sind unterschiedlich. Manche wollen ein bisschen reden, manche wollen mir etwas verkaufen, manche wollen bloß einen Kaffee trinken und die meisten wollen einen Anzug kaufen bzw. sich dazu informieren.

Zu Beginn sind tatsächlich viele wegen der Start-Up-Story gekommen und wollten sich ansehen, was ich so mache. Und natürlich hat jeder eine Meinung zu SUITLABS. Das ist auch gut so, es wäre schade, wenn nicht. Die Meinungen sind gespalten: viele sind positiv, manche sind neutral und einigen gefällt meine Idee nicht so gut. Ich finde das vollkommen in Ordnung, es soll ja auch nicht für „jeden“ sein, sondern etwas Besonderes. Manche haben mir auch nur eine E-Mail geschrieben und erklärt was ihnen an meiner Idee nicht gefällt bzw. was ihnen daran fehlt.

Ich bin ein Mensch, der viel auf die Meinung anderer gibt und so reflektiere ich jede Meinung (mal mehr und mal weniger intensiv natürlich). Am Ende, wenn die Kritik gerechtfertigt ist, versuche ich mein Konzept noch ein weniger besser zu positionieren oder ich hake es ab. Das ist also der „normale“ Weg.

Umso erstaunter war ich als ich neulich eine anonyme Nachricht bei Facebook bekommen habe mit der Frage, ob ich denn bald bankrott wäre. Erst wollte ich nicht darauf antworten, doch dann siegte die Neugier. Es könnte ja jemand interessantes dahinter stecken. Nur so viel vorab: Der Account ist gefakt, genauso wie (offensichtlich) der Name.

Nach meiner kurzen Antwort kam dann diese Ansicht:

KritikZuerst musste ich ein wenig lachen, dann habe ich darüber nachgedacht wie ernst ich so etwas nehmen kann bzw. muss. Da schreibt mir jemand, der mich offensichtlich (zumindest flüchtig) persönlich kennt auf eine anonyme Art und Weise eine Schmähkritik (#startupbashing). Und ich frage mich, wer sich den Aufwand macht, sich ein falsches Profil anzulegen nur um mir eins „auszuwischen“.

Versteht mich nicht falsch, ich schreibe hier nicht darüber, um mich darüber lustig zu machen, was ich sicherlich könnte, sondern es geht mir darum, dass jeder Gründer von Zeit zu Zeit mit einer solchen Art von Kritik konfrontiert wird und man lernen muss damit umzugehen. Wie gehe ich also damit um? Nun, zum einen ist seine Aussage „der Laden läuft schlecht“ objektiv zum Glück falsch. Deshalb kann ich das einfach ignorieren.

Doch was wäre, wenn er auch noch Recht hätte? Was, wenn ich kurz vor dem Bankrott stehen würde? Würde mich eine solche Nachricht in einer, dann ohnehin schon schwierigen Situation, noch weiter schwächen? Ich denke, ja. In einer derart schwierigen persönlichen und unternehmerischen Situation würde mich, selbst eine solche anonyme, und by the way vollkommen bescheuerte Art der Kritik (there, I said it), weiter verunsichern. Ein negatives Feedback hat dann einen zehnmal stärkeren Einschlag als positive Kritik. Das kann dann schon der eine Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt und der einen zum Aufhören bewegt. Jeder, der ein Unternehmen gründet hat sicherlich alles andere als eine schwache Persönlichkeit, und dennoch hat jeder auch Mal schwache Momente in denen eine solche Kritik Wirkung zeigt.

Ich schenke dieser Art der Kritik zumindest keine Beachtung, außer jetzt hier im Blog natürlich J Und das sollte auch sonst niemand tun. Ehrliche Kritik darf man natürlich nie auf die leichte Schulter nehmen, aber abfällige Bemerkungen muss man nicht berücksichtigen.

Am Ende gilt immer noch „Erfolg macht Neider“.

 

Update: Nachdem ich diesen Teil geschrieben habe kam heute Morgen noch eine Ergänzung, die das Ganze ins Lächerliche gezogen hat. Ich poste einfach nur noch den Screenshot ohne Kommentar.

Kritik2

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1 Comment

  1. Hallo Sebastian,

    danke für die offene Erzählung. Als ich mein Unternehmen gegründet habe, bekam ich so viele Informationen, die hätte ich bis heute, 10 Jahre später, gar nicht durcharbeiten können. Auch die Kosten für Downloads und E-Book`s, Geschäftsmodelle u.ä hätten mich arm gemacht.

    Auf Grund dieser Erfahrung versuche ich, Exitenzgründern, StartUp´s zu helfen, erfolgreich in die Selbständigkeit zu starten und das Unternehmen nachhaltig auf gesunde Fundamente zu gründen.
    Leider findet man nirgendwo übersichtlich gebündelt Informationen rund um das Thema Existenzgründung.
    Und die Sache mit dem Fakename geht gar nicht, den Unternehmen sind die Zukunft unseres Landes und die sollte man nicht hinter das Licht führen.

    VG Ralf

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