Als Start-Up-Gründer ist eines sehr wichtig: von sich und seiner Idee überzeugt sein und das ohne Zweifel! Bei manchen schlägt diese Überzeugung in Überheblichkeit um, was zwar auch funktionieren kann, aber dann auf eine etwas andere Art. Um den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren hilft häufig auch der Blick von Außen auf das Start-Up, wobei auch das manchmal noch zusätzlich beflügelt.

Es ist wie in in vielen Bereichen. Wenn man eine Idee hat und längere Zeit darüber grübelt, dann sieht man ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch die positiven Aspekte daran. Ich denke, das menschliche Gehirn möchte in einem solchen Fall belohnen und verdrängt aus diesem Grund jegliche Zweifel, Stolpersteine und Risiken (ich bin aber kein Neurologe).

So oder so ähnlich ist es auch bei der Gründung eines Start-Ups. Der oder die Gründer sitzen so lange an einer Idee, dass sie häufig nicht mehr objektiv sein können. In ihrem Kopf klingt jeder Schritt und jeder Teilaspekt der Idee immer besser. Unterstützt wird dieses Phänomen häufig noch durch Gründer anderer Start-Ups, die die Idee aus Prinzip hypen wollen (mehr dazu siehe Belügen sich Gründer gegenseitig?). Ebenso kann dieser Effekt durch mehrere Gründer verstärkt werden, da diese ebenfalls “beschönigend denken” und so ein fataler Teufelskreis entsteht. Als Mitgründer glaubt man aber, dass der jeweils andere einen objektiveren Blick hat. Die Selbstwahrnehmung ist dadurch so gestört, dass man zu Glauben anfängt die Welt läge einem zu Füßen.

Doch wie lässt sich dieser Realitätsverlust aufhalten bzw. eindämmen?

Zuallererst muss gesagt sein: Das Verdrängen von Risiken und Gefahren einer Gründung ist auch positiv, denn sonst würde sich kein Mensch mehr etwas trauen! In diesem Zusammenhang ist das positive Denken eine Grundvoraussetzung der Gründung. Diese Aussage muss nun sofort relativiert werden, denn gesund ist das nur bis zu einem bestimmten Maß.

Gegen den Verlust des Realitätsbezugs helfen intensive Gespräche mit erfahrenen Gründern und auch Freunden oder Familie. Diese werden einem, außer sie wollen etwas böses, die Wahrheit sagen. Bei solchen Gesprächen kann man prüfen, ob der Blick von Außen auf die Idee mit der eigenen Wahrnehmung übereinstimmt, oder ob ein krasses Missverhältnis herrscht. Sollte das der Fall sein sollte man in sich gehen und versuchen die Selbsteinschätzung zu hinterfragen bzw. zu korrigieren. Das fühlt sich in diesem Moment ziemlich scheisse an, sorgt aber langfristig für bessere Erfolgschancen.

Wie komme ich gerade auf dieses Thema?

Ich habe mich bereits oft gefragt, was eigentlich andere von mir und meiner Idee (SUITLABS) halten. Nachdem ich alleine gegründet habe – neudeutsch: als Solopreneur – habe ich niemanden, der mir regelmäßig einen Spiegel vorhält und versuche also durch Gespräche mit externen eine Meinung zu bekommen. Bei Menschen die ich kenne habe ich aber auch die Sorge, dass sie ihre Antwort aus Sorge um mich beschönigen.

Nun habe ich aber ein wirklich externes Feedback bekommen, durch einen Blogeintrag bei dem München-Blog mucbook (nachzulesen hier). Und dieses Feedback freut mich wirklich, denn zum ersten Mal sehe bzw. lese ich wie ich auf jemand externes wirke und wie ich meine Idee präsentiere. In der Anlaufzeit haben mir Viele prophezeit, dass ich Geduld brauche bis sich das Konzept und der Name rumspricht, was nicht immer einfach ist. Dieser Review von mir als Unternehmer und als Marke SUITLABS ist zwar nicht zu 100% deckungsgleich mit meiner eigenen Wahrnehmung, aber ich sehe, dass ich verstanden werde. Ich sehe, dass die Marke SUITLABS mit mir als Gründer so wahrgenommen wird (nämlich jung & witzig und dennoch seriös) wie ich das ursrpünglich gedacht habe.

Nun sagt das natürlich überhaupt nichts über den Erfolg aus. Aber zumindest kann ich mir durch den Blick von Außen sicher sein, dass die Umsetzung so ist, wie ich sie mir beim Schreiben des Business Plan gedacht habe. Und aus diesem Grund habe ich mich so sehr über meine erste externe Beurteilung so gefreut.

 

PS: Mittlerweile kenne ich die Autorin Monika natürlich, die auch einen sehr schönen Blog Anderswo&Hier schreibt. Dort ist der Artikel auch, in etwas abgewandelter Form veröffentlicht.

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