Nach meiner Kündigung geht es nun also richtig los, zumindest im Kopf. Ich habe ja noch Kündigungsfrist.

Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört: „Du musst einen guten Business Plan schreiben“? Ich kann es schon gar nicht mehr zählen. Jede Rückfrage beginnt mit „Hast Du schon einen Business Plan?“. Egal ob es Freunde, Eltern, Gründerberater oder Banker sind. Jeder möchte genau das wissen. Doch warum ist der Business Plan eigentlich so wichtig, und vor allem für wen? Und wie genau kann ich mich hinsetzen und damit anfangen? Natürlich habe ich meine Idee im Kopf. Ich habe schon über sehr viel nachgedacht, aber sicher nicht an alles. Im Augenblick der wichtigste Empfänger für den Business Plan ist das Arbeitsamt, denn ich möchte, wenn ich wirklich anfange, die Gründerförderung für die ersten sechs Monate bekommen. Das bekommen alle Gründer, eventuell mit einer Sperrfrist von drei bis sechs Monaten, die Anspruch auf Arbeitslosengeld I hätten. Die Vorraussetzungen findet ihr auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

Ich sitze also da mit einem weißen Blatt vor mir und weiß nicht genau wo ich anfangen soll. Den finanziellen Teil habe ich bereits erledigt, eine Einleitung und Anleitung in mehreren Schritten findet ihr hier. Für den Finanzteil habe ich mir anhand einer Preis-Mengen-Berechnung den Umsatz kalkuliert, und dann aus Marktsicht überlegt, ob es genug Kunden gibt. Ich kam zu dem Ergebnis, dass der regional abgegrenzte Marktateil relativ gering ist, was mir realistisch erscheint.

Nun kommen also all die anderen Teile. Es gibt viele Tools, Formulare und sogar Vorlagen wie ein „vollständiger“ Business Plan ausschauen sollte. Ich persönlich halte davon nicht allzu viel. Natürlich ist es inspirierend, wenn ich sehe, an was ich alles denken soll. Aber ich werde mir sicher keine Form und erst recht keinen mit Textbausteinen vor-ausgefüllten Plan verwenden. Das ist nicht Sinn der Sache, auch wenn es einfach erscheint.

Aber ich beschäftige mich mit meiner eigenen Idee und ich will mich auch mit allen Details der Umsetzung beschäftigen. Jedes Detail vom Rohstoff-Lieferant über den Produzent bis zum Verkaufskanal. Ich werde vermutlich einen stationären Handel aufnehmen, weshalb ein wichtiges Thema für mich der richtige Standort sein wird. Natürlich habe ich im Moment noch keinen genauen Ort, aber ich grenze immer weiter ein und werde mich ab dem Start mit einem kleinen Plastikstuhl auf die Straßen setzen und beobachten. Auch das gehört für mich zum Schreiben des Business Plans. Für das Kapitel „Standort“ werde ich selbst recherchieren gehen. Und ich freue mich darauf!

Ein anderes Kapitel ist immer die Zielgruppe. Die werde ich befragen gehen müssen für den Business Plan. Ich schaue, wo sich die Menschen meiner Zielgruppe befinden und gehe dann, diesmal ohne meinen Klappstuhl, hin und spreche mit ihnen 1-on-1. Das kann zwar theoretisch auch jemand anderes für mich machen, aber das gehört zum Unternehmerdasein dazu. In der ersten Reihe stehen und alles entscheiden dürfen aber auch müssen.

Ich sitze also täglich an meinem Business Plan und überlege und schreibe und überlege weiter.

Ein kleiner Tipp für alle, die in München gründen wollen und ihren Business Plan verbessern möchten bzw. In einem aus meiner Sicht sehr coolen Studentenprojekt mitmachen wollen ist das Projekt am Entrepreneurship Center der LMU. Hier präsentiert man seine Idee einer Gruppe von interessierten Studenten, die dann im Verlauf eines Semesters, also circa bis Weihnachten einen Business Plan inklusive Marktstudien ausarbeiten.

Sebastian

Sharing is caringShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on TumblrEmail this to someone